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Introduction

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

6 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

Und wer ein wenig den Spieler beobachtet hat, wer die Psychologie des Spiels kennt, ist überzeugt, daß fast kein Spieler ehrlich spielt. Überall wird gemogelt. Selbst im Kreise der Familie. Wer im Spiel nach Geld trachtet, läßt sich auch zu gelegentlichen Täuschungen hinreißen.

Der berufsmäßige Spieler aber muß immer zu Täuschungen seine Zuflucht nehmen.

Sonst hätte er ja keine Existenz.

Und was sollten die großen Mengen der Spieler aus Leidenschaft anfangen, wenn es keine berufsmäßigen Spieler gäbe?

Sie erst sind der Motor, der die ganze Maschinerie des Spiels in Bewegung bringt.

Da aber die Sucht des Spiels von jeher arg verbreitet ist, werden wir wegen des mit ihm naturnot-wendig verbundenen Falschspiels auch stets Spieleraffären haben.

Zuletzt hatten wir den Fall Hertz und Genossen, der sich in einem Klub und in kreisen der Berliner Konfektion abspielte.

Auch der Fall des Grafen Bumski ist noch in Erinnerung.

Vorher war der Fall des Klubs von 1900 in aller Mund.

Noch früher gab's den Harmlosenprozeß.

Das sind so einige Fälle, die breitere Öffentlichkeiten bewegten.

Von den vielen andern Spieleraffären, die stets sich ereigneten, erfuhren nur die Beteiligten. Viele Gründe verhinderten ihre allgemeine Erörterung.

Wenn nun auch die Öffentlichkeit nichts von ihnen erfuhr, so braucht man doch nicht zu denken, daß der Spielteufel keine Opfer forderte.
        
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