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Appendix Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel*. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel. 79

schiede heraus, die dem Laien völlig entgehen. Wie mir ein kartensabrikant versicherte, ist es der Fabrikation bisher nicht gelungen, für Karten ein Rückenmuster herzustellen, welches einen Betrug ausschlösse. Selbst mit einem Rande aus der äußeren Seite versehene Karten welche in derselben Umrahmung anscheinend genau dasselbe Muster wiederkehrend zeigen, können ohne jede Markierung zum Falschspiele benutzt werden. Das scharfe Auge des Gewerbspielers entdeckt auch an diesen Unregelmäßigkeiten, welche er behufs Wiedererkennen der Karten benutzt. Solche „Naturmarken" sind es, welche ihn auch aus einem ihm völlig unbekannten Spiele nach kurzer Zeit schon die wichtigsten Karten herausfinden lassen. So erklärt sich die Tatsache, daß Gewerbs-spieler zuweilen im Ansang des Spieles verlieren, unter Umständen durch die erst im weiteren Spielverläufe sich einstellende, zunächst gänzlich mangelnde Vertrautheit derselben mit dem Merkmale der Karten.

Bezüglich des Transportierens der Portees, d. h. des in das Spiel Vringens und Entfernens sowohl einzelner wie einer Reihe von Karten durch den Falschspieler und seine Gehilfen ist zu dem von Signor Domino Gesagten folgendes zu bemerken. Das Aussuchen und Zusammenstellen solcher Karten wird von einigermaßen geschickten Spielern im Spielsaale selbst, und zwar in einer Spielpause beim Zusammenlegen der Karten oder besser noch während des Spieles von einem Genossen unter Benutzung der beiseite gelegten, nicht mehr benötigten Karten, von routinierten Spielern sogar während des Mischens bewirkt. Da die Aufmerksamkeit der Beteiligten durch den Verlaus des Spieles völlig in Anspruch genommen und derlei Verrichtung erfahrungsgemäß keine besondere Beachtung geschenkt wird, ist die Vorbereitung selbst einer ganzen Kartenfolge „Sequende" sozusagen unter den
        
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