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Appendix Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel*. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

78 Großstadt-Dokumente 23b. 35. Das Berliner Spielertum.

und Abheben mühelos erleichtert. Da Karten, namentlich wenn sie einigermaßen neu sind, ziemlich lange solche Biegungen bewahren, und dieselben dem Uneingeweihten kaum wahrnehmbar sind, so erfreut sich der kniff einer besonderen Beliebtheit. Je deutlicher solche Kennzeichen sind, um so größer ist auch die Gefahr der Entdeckung und Überführung bei Anwendung derselben. Gezinkte, das heißt gezeichnete Karten wird man daher kaum noch bei Spielern von einiger Geschicklichkeit und Bedeutung finden. Diesen stehen zu demselben Zwecke bessere und gefahrlosere Mittel zur Verfügung. Jede fabrikmäßig hergestellte Karte ist für den mit gutem Auge und Gedächtnis begabten Falschspieler schon durch das Muster der Rückseite, die Tarotierung, gezeichnet. Signor Domino ist durchaus im Irrtum, wenn er für eine Fabel hält, daß Spieler sich in dem Durcheinander „von sich verflechtenden, punktierten und geschlängelten Linien" zu-rechtfinden können. Gerade der von ihm für seine gegenteilige Ansicht angeführte, regelmäßige Verlauf des in gewissen Abständen sich stets wiederholenden Musters ermöglicht durch die Art und Weise, wie diese Muster an den Ecken abschneiden, ein Wiedererkennen bestimmter Karten. Es kommt nicht selten vor, daß einzelne karten an diesen Stellen eine eigentümliche, in dem ganzen Spiele nicht wiederkehrende Physiognomie, und Karten desselben Wertes gleiche oder doch sehr ähnliche Bilder an den Ecken zeigen.

Fehlkarten, d. h. solche, welche keine charakteristischen Merkmale ausweisen, können durch Karten eines gleichartigen Spieles mit geringer Mühe ersetzt werden. In Auffindung solcher Kennzeichen vermag die Äbung Bedeutendes zu leisten. Wo das Auge des Ungeübten nur ein verwirrendes Muster von Linien, Strichen und Punkten sieht, findet das geschulte Auge schon minimale Unter-
        
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