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Appendix Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel*. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel. 77

Verlust geschützt ist, wenn er die zu oberst auf dem Talon liegende Karte, welche der Bankier als erste eines jeden Abzuges, und zwar als Gewinnkarte für sich zieht, in der Pause zwischen je zwei Abzügen erkennt und demgemäß seine Einsätze ändern kann. Bei den Spielen: „Vakkarat, Makao, Onze et demi, Vingt et un ist es für den kaufenden Bankier und Pointeur von wesentlicher Bedeutung, das oberste Blatt des Talons zu kennen. Hierdurch ist jedes Risiko, sich totzukaufen, ausgeschlossen. Von den Markierungsarten ist die Pointierung mit Nadel, Farbe und Stift, die Biskautierung und Pipe, welche Signor Domino beschreibt, noch heute gebräuchlich. Zu bemerken ist, daß die in Deutschland über dasselbe hinaus verbreiteten Karten der Fabriken zu Stralsund und Frankfurt a. M. mit aus hellem Grunde gemusterter Rückseite sich besonders zur Pointierung eignen. Eine Manier der Biskautierung* verdient noch Erwähnung. Bei derselben werden sämtliche Karten bis auf diejenigen, auf welchen es dem Falschspieler gerade ankommt, an beiden Längsseiten parallel zu denselben um ein Geringes beschnitten. Von den letzteren wird der an beiden Längsseiten überstehende Teil zur Hälfte und in der Diagonale weggenommen, so daß dieselben eine keilartige Form erhalten und sich beim Mischen nicht nur leicht herausziehen lassen, sondern auch beim Abheben dem tastenden Finger einen Anhalt bieten.

Eine Art der Pipe ist es, wenn vom Falschspieler während des Spieles besonders wichtige Karten in der Mittellinie parallel zu den Längsseiten leicht gebogen werden. Hierdurch sind dieselben beim Mischen und Abheben mühelos herauszufinden und wird das falsche Mischen

* Im Berliner Kriminalmuseum befindet sich eine einem Falschspieler abgenommene Maschine zum Beschneiden von Karten.
        
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