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Appendix Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel*. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

72 Großstadt-Dokumente Bd. 38. Das Berliner Spielertum.

Umständen könnte es schon Argwohn erregen, wenn er stets die Arrangements für das Spiel trifft, die Karten hierzu hergibt, Einladungen erläßt usw. Am die Illusion des ehrlichen Spieles zu einer völligen zu machen, überläßt der Falschspieler derlei Dienste mit Vorliebe Personen, die in dem Kreise bekannt sind, deren Strafkonto der Behörde gegenüber womöglich noch nicht belastet ist und die er in pekuniäre Abhängigkeit von seiner Person zu bringen verstanden hat. Da alle Vorbereitungen zum eigentlichen Spiele, wie auch alle Handreichungen vor dem Beginn und in den Pausen desselben von entscheidender Bedeutung für den Spielbetrug sind, kann der Falschspieler, wenn anders er seinen Erfolg nicht in Frage stellen will, dieselben nicht jedem Beliebigen überlassen. Andererseits braucht er auch eingeweihte Mitspieler. Die Tatsache, daß auch andere Spieler gewinnen und der Gewerbsspieler selbst an solche Spieler verliert, ist geeignet, jeden Verdacht zu entkräftigen. Der Uneingeweihte kann ja nicht wissen, daß der Professional hierbei nichts riskiert, da diese anderen seine Genossen sind, mit welchen er aus gemeinschaftliche Rechnung spielt. Am das Geheimnis dieses den allgemeinen Spielgesetzen zuwiderlaufenden, betrügerischen Einverständnisses zu wahren sucht er seinen Verkehr mit seinen Freunden außerhalb des Spielsaales sorgfältigst jedem unberufenen Auge zu entziehen und die bestehende Intimität während des Spieles unter der Maske Kühler Höflichkeit zu verbergen. Gelingt es, wie in dem bekannten im Jahre 1893 in Hannover gegen Bankier Max Rosenberg und Genossen verhandelten Spielerprozesse, dem ich als Sachverständiger beiwohnte, den Nachweis eines derartigen dolosen Einverständnisses zu führen, so ist schon Wesentliches zur Aufdeckung des Spielbetruges erreicht. Auch schauspielerische Talente, wie sie unter Gewerbsspielern
        
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