Path:
Appendix Zur Technik des Betrugs beim Glücksspiel*. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

70 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

Stümper in seinem Fach ist, wird sich niemand eines Betruges versehen. Ihm kommt es nicht, wie dem Taschenspieler daraus an, zu verblüffen, seine Fingerfertigkeit zu zeigen, aller Aufmerksamkeit zu fesseln und aus einen bestimmten Punkt zu lenken, um seine Tricks zu verbergen; ihm liegt vielmehr daran, in keiner Weise auszufallen oder gar Gegenstand der Beobachtung anderer zu werden. Sein natürlicher Bundesgenosse ist das Spiel selbst und die im Verlaus desselben sich steigernde Spannung und Aufregung der Beteiligten. Erfahrene Professionals, welche im Gegensatz zu ihren Gegnern stets nüchtern bleiben, suchen durch reichliche Zufuhr berauschender Getränke Erhöhung der Einsätze und andere Mittel die Spielleidenschaft aufs äußerste zu erregen. Demselben Zweck dient es, wenn Gewerbsspieler im Ansang des Spieles ihre Opfer gewinnen lassen. Nur, wer am Spieltisch selbst gestanden hat, kann sich einen annähernden Begriff davon machen, wie die Aufmerksamkeit, das Interesse der Spieler bald ausschließlich durch den momentanen Gewinn und Verlust, d. h. durch Dinge, die mit Mechanik des Betruges nicht das mindeste zu tun haben, absorbiert werden. Den meist gewohnheitsmäßig und mechanisch erledigten Vorbereitungen zum eigentlichen Spiele, dem Herbeischaffen, Mischen, Abheben der Karten, wie dem Zusammenlegen derselben nach beendetem Spielabschnitte — den Kardinal- und Angelpunkten des Falschspieles — wird so wenig Aufmerksamkeit geschenkt, daß die wenigsten über diese den Kriminalisten besonders interessierenden Punkte sich nach dem Spiele noch Rechenschaft zu geben vermögen. Es bedarf aber weniger besonderer, taschenspielerischer Fertigkeiten, als einer dreisten Stirn und einiger Beobachtungsgabe, um seinen Vorteil als Professional wahrnehmen zu können. Schließlich ist es auch nicht jedermanns Sache, einen Spielbetrug sicher
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.