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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

64 Großstadt-Dokumente 23b. 35. Das Berliner Spielertum. 
zu umgehen oder zu durchbrechen. Ist es z. B. beim 
Spiele Kartenlotterie erlaubt, auch auf beliebige nicht ge¬ 
kaufte Karten Einsätze zu machen, und zwar, wenn die 
Gewinnkarten gezogen werden oder schon gezogen sind, 
so kann der die Gewinnkarten an Merkmalen erkennende 
Spieler aus solche Karten setzen und sich ohne jedes 
Risiko Gewinn sichern. Desgleichen läuft der Bankier 
in erhöhtem Matze Gefahr, daß Spieler ihre etwaige 
Kartenkenntnis zu seinem Schaden ausnutzen, wenn er 
beim Spiele Tempeln mitten in einem Abzug e der zwei 
Karten und beim Spiele Makao oder Bakkarat noch 
nach dem Geben der zweiten Karte Einsätze machen läßt. 
Bei den vielfach noch sehr beliebten Würfelspielen 
sucht der Gewerbsspieler die Entscheidung in seinem 
Sinne dadurch zu beeinflussen, daß er Würfel anwendet 
oder dem Auszuplündernden unterschiebt, die auf den 
sechs Flächen bestimmte Augenzahlen gar nicht, andere 
dagegen häufiger zeigen. Demselben Zwecke, daß gewisse 
Zahlen vorwiegend geworfen werden, dienen aus einer 
Seite mit Blei beschwerte Würfel. Während diese Kniffe 
recht plumper Natur sind, erfordert eine andere Manier 
schon eine gewisse Geschicklichkeit. Hierbei drückt der 
Spieler den einen Würfel mit der Hand an den oberm 
Rand des Bechers, während er nur die übrigen zwei in 
denselben wirft und hin und her schüttelt. Beim Um¬ 
drehen des Bechers wird dann der festgehaltene mit den 
anderen Würfeln auf den Tisch gesetzt. Da man den 
einen Würfel beliebig zurechtlegen kann, kann man hier¬ 
durch den Wurf beeinflussen. 
Wenn ich es unternommen habe, in vorstehendem 
aus besonders wichtige Momente des Falschspiels hin¬ 
zuweisen, so liegt mir die Anmaßung völlig fern, eine 
erschöpfende Darstellung solcher Kniffe gegeben zu haben. 
Wie alle Fertigkeiten ist auch diese im Lause der fort-
        
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