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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

über Falschspieler und Falschspiel.	63

vom Talon beim Spiele Tempeln nicht die oberste, sondern eine andere Karte vom Pakete abgezogen wird. Der Zweck hierbei ist, Karten, die Falschspieler an Merkmalen als ausschlaggebende erkennen, nicht für andere Spieler, sondern für sich und seine Genossen zu geben. Es genügt, mit dem aus dem Talon liegenden Daumen die oberste Karte ein wenig zurückzuziehen, um nach dem Freiwerden der zweiten resp. dritten Karte diese schnell zu ersassen und hervorzuziehen. Dieser außerordentlich beliebte und vielfach gebrauchte Kniff, auch „Zoppen" genannt, hat dazu gedient, dieser Spielerklasse den Namen „Zopper" zu geben. Stümper und Anfänger in dieser edlen Kunst sind es, die zum Fallenlassen von Karten ihre Zuflucht nehmen müssen, wenn sie die zweite oder dritte Karte nicht hervorholen können und sich der obersten Karte aus anderm Wege nicht entledigen können. Zuweilen ist es vorgekommen, daß Falschspieler sich selbst oder ihren Genossen eine größere als die vorgeschriebene Anzahl Karten gegeben haben. Dagegen ist es ein Kniff auch feinerer Gauner, im Gewinn- resp. Verlustfalle unter dem Vorwande des Nach-zählens des Einsatzes durch geschicktes Unterschieben, Wegnehmen ev. Verschieben zusammengekniffener Geld-scheine oder der das Geld vertretenden Ietons die ursprünglich gemachten Einsätze zu vergrößern resp. zu verkleinern.

Betrogen werden kann bei allen Kartenspielen ohne Ausnahme, wenn auch von Falschspielern Hasardspiele, weil schneller zum Ziele führend und lukrativer, meist bevorzugt werden. — Wesentlich erhöht wird noch die Chance des Betruges für die Gewerbsspieler, wenn Mangel an Aufmerksamkeit oder ein Übermaß von Vertrauen von seiten ihrer Spielgegner ihnen auch noch ermöglicht, die für ein Spiel geltenden besonderen Regeln
        
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