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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Aber Falschspieler und Falschspiel.	59

weil er solche bereit gehaltenen Karten gegen schlechte Handkarten eintauschen kann, so ist das Anbringen nicht nur einzelner, sondern sogar einer ganzen Reihenfolge von Karten im Verlause eines Spieles eine ganz besonders beliebte und gefährliche Waffe der Falschspieler beim Hasardieren. Das Aussuchen und Zusammenstellen solcher Karten wird nicht nur vor dem Spiele, sondern von einigermaßen geschickten Gaunern im Spielsaale selbst während des Spielens, und zwar in einer Pause beim Zusammenlegen der Karten oder besser noch im Verlaufe des Spieles von einem unbeschäftigten Genossen, unter Benutzung der vorläufig beiseite gelegten Karten, von routinierten Spielern sogar während des Mischens unter den Augen der Anwesenden bewirkt. Da die Aufmerksamkeit der Beteiligten durch den Verlaus des Spieles, den eigenen Gewinn oder Verlust völlig in Anspruch genommen und dergleichen Verrichtungen erfahrungsgemäß keine besondere Beachtung geschenkt wird, ist die Vorbereitung selbst einer ganzen Kartensolge während des Spieles möglich. So kann sich ein Falschspieler eine ganze Reihe gewinnreicher Coups vorbereiten, indem er eine größere Anzahl Karten in einer ganz bestimmten Folge, z. V. beim Vakkarat für sich oder für einen Genossen an dritter, sechster, neunter usw. Stelle Karten legt, die sich zu neun Points, d. h. zu großen Schlägen ergänzen. Tatsächlich fand man beim Nachzählen der Karten nach beendetem Vakkaratspiele, nachdem das außerordentliche Spielglück eines Beteiligten als Bankhalter bei herumgehender Bank ausgefallen war, eine beträchtliche Anzahl Karten mehr vor als zum Spiele ausgegeben waren. Eine besondere Schwierigkeit, solche Reihenfolgen „geladener- Karten", wie man int Spielerjargon sagt, in das Spiel zu bringen und trotz etwaigen Mischens und Abhebens intakt zu erhalten, liegt gar
        
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