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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

58 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

vor dem Totkaufen geschützt ist, wer die zu Oberst aus dem Kartenpakete liegende Karte zu erkennen vermag.

Kann der Gewerbsfpieler, ohne Verdacht zu erregen, weder selbst noch durch einen Gehilfen die karten zum Spiele liefern, so wird er dieselben in einem geeigneten Momente während des Spielverlaufes mit den schon vorhandenen Karten vertauschen oder durch einen Helfer vertauschen lassen. Ich habe einmal das Handwerkszeug eines reisenden Professionsspielers zu Gesicht bekommen. Dasselbe enthielt eine Musterkollektion der gebräuchlichsten karten, und zwar sämtliche Spiele in dem Anscheine nach gänzlich unversehrten Papierhüllen, wie sie von den Fabriken geliefert werden, aber bereits zum Falschspiele präpariert. Wie hätte ein Uneingeweihter überhaupt auf den Gedanken kommen können, daß sämtliche Karten-hüllen schon einmal geöffnet und nach Markierung der Karten wieder geschickt geschlossen worden waren? — Es ist mir gesagt worden, daß man derartig hergerichtete Karten in der Enveloppe dem Kellner des betreffenden Lokales mit einem guten Trinkgelde und der Weisung in die Hand gedrückt hat, wenn neue Karten verlangt würden, diese zu bringen.

In einem Falle war bemerkt worden, daß nach dem Spiele Klaberjaß, welches ein fremder Herr seit einiger Zeit mit Stammgästen eines Eafss spielte, stets zwei Karten, und zwar ein Bube und ein Aß — die höchste und dritthöchste Karte —, aus dem betreffenden Spiele fehlten. Hierdurch aufmerksam gemacht, hatte der Kellner beobachtet, wie der fremde Gast — ein bekannter Falschspieler — schon vor dem Beginne des Spieles in Erwartung seiner Mitspieler diese Karten in seiner Tasche hatte verschwinden lassen.

Ist schon bei harmlosen Spielen das Entfernen von Karten aus dem Spiele von Vorteil für den Falschspieler,
        
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