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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

54 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

es dem Falschspieler nahe, zu andern Künsten seine Zuflucht zu nehmen.

Seine Anstrengungen richten sich vorzüglich daraus, die allgemeinen Spielregeln tote die für jedes Spiel geltenden besonderen Vorschriften, d. h. die Voraussetzungen jedes ehrlichen Spielers überhaupt, zu umgehen. Zu den für jedes Spiel unterschiedslos geltenden Normen gehört, daß 'Spielgegner nicht in einem geheimen Einverständnis zum Nachteil Nichteingeweihter handeln, ferner daß die Karten ohne äußerlich erkennbare Merkmale und in richtiger Anzahl vorhanden sind, drittens, daß dieselben richtig gemischt, gehörig abgehoben und schließlich in vorgeschriebener Weise gegeben werden. Wie wir gesehen haben, ist eins der wirksamsten Mittel des Betruges die Hilfe, welche der Gewerbsspieler durch das geheime Einverständnis und planmäßige Zusammenspiel mit seinen Genossen findet. Da die Art des Betruges ein sicheres Zusammenspiel der Beteiligten erfordert, halten meist Gruppen solcher Spieler zusammen und wird ein Falschspieler ohne zwingende Gründe seine Gehilfen nicht wechseln. Um das Geheimnis ihrer Zusammengehörigkeit auch außerhalb des Spieles vor jedem Unberufenen zu wahren, ziehen sie es vor, bei ihren Kunstreisen, wenn angängig, verschiedene Gasthöse aufzusuchen, sowie Ankunft und Abreise getrennt voneinander zu bewerkstelligen.

Eins der Haupthilfsmittel des Falschspielers ist die Verwendung geeigneter Karten. Zwar ist es, wie mir ein Kartenfabrikant versicherte, bisher noch nicht gelungen, Karten herzustellen, mit welchen nicht betrogen werden könnte. Jede fabrikmäßig hergestellte Karte ist durch die Art, wie das regelmäßig verlaufende und sich stets wiederholende Rückenmuster an den Ecken abschneidet, und durch andere Merkmale für das Auge des Falschspielers
        
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