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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Über Falschspieler und Falschspiel.__________________53

ein ihm unerklärliches Zucken in den Karten und eine Bewegung der Finger wahrnimmt. Allerdings gibt es auch Koryphäen des Falschspielers, für welche es Schwierigkeiten irgend welcher Art nicht gibt. Ich hatte es einen: günstigen Zufall zu danken, einen Falschspieler, der in seinen kreisen ein großes Renommee besaß und mit Vorliebe seine Opfer in den besten Kreisen suchte, bei der Arbeit zu beobachten und ihn seine Tricks mit einer Sicherheit und Eleganz ausführen zu sehen, die auch den: gewiegtesten Kenner nicht den leisesten Argwohn hätte aufkommen lassen, daß Betrug im Spiele war. Wenn solche Künstler auch sozusagen Schule machen, so bilden sie immerhin zum Glück unverbesserlicher Ieuratten nicht die Regel, sondern eine Klasse für sich — allerdings auch die gefährlichste, namentlich wenn es ihnen geglückt ist, sich Eingang in exklusivere Kreise zu verschaffen. Da nach einer alten Erfahrung Spieler und Wucherer zusammenhalte und ihr eigenstes Interesse sie lehrt, diese Verbindung ausrecht zu erhalten und auszunutzen, so kann es keinen Unterrichteten wundernehmen, daß gewerbsmäßige Spieler sich in der Wahl ihrer Opfer meist sehr geschickt zeigen und selten ein zu großes Risiko hierbei eingehen. Die individuelle Anlage und durch spätere Übung erworbene Gewandtheit weist im übrigen jedem Falschspieler auch in gesellschaftlicher Beziehung ein bestimmtes Feld der Tätigkeit an.

Bezüglich der Technik des Falschspielers überschätzt man häufig die Bedeutung, welche das Verraten der karten des Gegners durch Zeichengebung für diese Gauner hat. Line solche immerhin Zeit und längere Übung erfordernde Manipulation beschränkt die Anwendung derselben fast nur aus die harmloseren Unterhaltungsspiele. Die schnell vorübergehenden und demgemäß auszunutzenden Momente des Hasardspieles legen
        
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