Path:
Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

50 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

von Spielern, deren Hauptaufgabe in der Aufsuchung von Spielgelegenheiten und Vermittelung von Bekannt-fchaften zu diesem Zwecke besteht. Spieler, die erst etwas vor sich gebracht haben, arbeiten nur ausnahmsweise ohne Genossen dieser Art, die schon der gewöhnliche Bauernfänger nicht entbehren kann. In besseren und exklusiveren kreisen würden sie ohne solche Helfer kaum Zutritt erlangen und sich schwerlich dort lange behaupten können. Der Gesinnungsgenosse, der allen unbequemen Fragen nach Herkunft und Beruf des Falschspielers geschickt auszuweichen oder aus angeblich verbürgter Quelle über Vermögen und Ehrenhaftigkeit desselben die vertrauenerweckendste Auskunft zu geben versteht, ist fast ein unentbehrliches Requisit des Betruges beim Spiele geworden. Auch dem Harmlosesten müßte es schließlich ausfallen, daß dieser auch allein die Arrangements zum Spiele träfe, die Karten lieferte und am Ende fast ausschließlich allein gewönne. Hieraus ergiebt sich für den Gewerbsspieler die zwingende Notwendigkeit, sich zur Ausübung seines Gewerbes mit Genossen zu verbinden. Der Umstand, daß auch andere, deren intime Verbindung mit seiner Person er sorgfältig vor fremden Augen und Ohren verbirgt, in gleicher Weise zum Spiele beitragen, Bankhalten und gewinnen,' ist geeignet, jeden Argwohn von vornherein zu entkräftigen.

Ich erinnere mich eines Falles, wo bei Gelegenheit eines patriotischen Festes in dem Gasthose einer Stadt ein angeblich früherer Offizier — sagen wir Graf BumsKi — erschien, den die Honoratioren freudig an ihrer Tafel willkommen hießen. Sein joviales Wesen, wie einige von ihm gespendete Flaschen Sekt steigerten die schon allgemein gehobene Stimmung noch um ein Bedeutendes. Wer die Anregung zum Spiele gegeben hatte, konnte nachher niemand sagen. Genug! man konnte demliebens-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.