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Appendix Über Falschspieler und Falschspiel. Von Hans von Manteuffel, Königl. Kriminalkommissar zu Berlin

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Äber Falschspieler und Falschspiel.	49

getragen. Hierdurch sind den Gewerbsspielern auch außerhalb der Rennbahnen in Lokalen, wo Sportzeitungen gehalten werden oder auch nur Interesse für die Kämpfe auf grünem Rasen vorhanden ist, zahlreiche Anknüpfungspunkte für unauffällige Annäherung gegeben. Ich will hierbei ganz schweigen von den Großstädten, wo in Sport-Restaurants, Caf^s und Bars nicht nur sportkundige Buchmacher und deren Anhang, sondern auch Spieler ihr ständiges Lager aufgeschlagen haben. Erfahrungsgemäß sind die Angestellten und Kellner kleiner und größerer Hotels in der Nähe meist die eifrigsten Besucher und Kunden solcher Lokale, wo jedermann sein Geld für Wett-aufträge los werden kann. Kommt dann die Saison, wo Bäder, Luftkurorte, Sommerfrischen den Städtern ihre gastlichen Tore öffnen, so siedeln auch viele der städtischen Kellner und Hotelangestellten, um lohnenderen Verdienst zu finden, dorthin über und mit ihnen eine große Zahl der Gäste jener Lokale. Da die Gewerbs-spieler, wenn es in den Städten einsam wird, gerade an solchen Plätzen Anknüpfungspunkte suchen, so mag schon mancher Besucher städtischer Sportlokale — vielleicht oft ganz gegen seinen Willen — Gelegenheitsmacher für einen reisenden Spieler gewesen sein.

Es liegt im Charakter und in der Natur seines Gewerbes, daß der Falschspieler selten ohne Hilfe anderer und kaum ohne Hilfsmittel operieren kann. Soweit ihm nicht die Gelegenheit günstig ist, selbst Anknüpfungspunkte zum Verkehr in Kreisen spiellustiger und kapitalkräftiger Personen zu finden, ist er daraus angewiesen, sich dort durch Leute Eingang zu verschaffen, die er sich durch erwiesene Gefälligkeiten verpflichtet oder in pekuniäre Abhängigkeit von sich zu bringen gewußt hat.

„Schlepper" nennt man im Spielerjargon solche Helfer

Großstadt-Dokumente Bd. 35.	4
        
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