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Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Spielertypen.	41

Anhalt so leicht nicht mehr bieten dürfte. Herz und sein Intimus Szulka haben übrigens der Riviera schon wieder den Rücken gekehrt. Sie werden vermutlich nach Ägypten gegangen sein, wo sie weniger bekannt sind und wo ja auch für Falschspieler der Weizen blüht."

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Edmund Edel schilderte den Werdegang, das Äußere und das Leben solcher Geschäftsleute neulich sehr treffend im?) amüsant:

„Ein .Zavalier' ist ,keß', sagte die Kleine in Südende. In Wien sagen sie .sesch'. Aber ,keß' ist doch noch etwas anderes. Steifer als fefch, nicht so lustig, mehr adrett. Sagen wir vielleicht, über den Stock gezogen. Oder ,propper'. In jedem Falle: ein besser Junge kann nur ein Berliner Junge sein. Und mit seinen 120 Mark Monatsgehalt lebt er wie ein Dandy der englischen Biedermeierzeit, protzt bis zum 28. des Monats mit einem Zehnmarkstück, das er aus einem versilberten Goldetui nachlässig herausknipst und spendiert seiner Schönen bei Kempinskt oder in einer der musikalischen Weinbuden eine ,in Deutschland auf Flaschen gefüllte'. Hat er aber das Pech, daß er die Verwaltung der Portokasse leitet, so kann es passieren, daß sein leicht entzündliches Gemüt sich auch noch am Ende des Monats zu Weinlokalen aufschwingt, was in den meisten Fällen der Portokasse nicht gerade gut bekommen soll.

Aus diesen ,Zavalieren' werden dann später vielfach die .Kavaliere', wenn entweder die Familie oder der Staatsanwalt sie aus dem Mißverhältnis zwischen Portokasse, Liebe und Monatsgehalt gezogen haben. Hat allerdings der Staatsanwalt seine unangenehmen Hände dazwischen gehabt, so häutet sich der ,Za° valier' erst in einen .Schieber', aus dem sich dann nach vielen Versuchen in Poker, Buchmachen, Hypotheken und anderen Gründungen häufig ein vollständig geläuterter Kavalier entpuppt, ohne jede Beschränkung der Ehrenrechte.

Denn das Geld liegt in Berlin auf der Straße. Man muß nur den nötigen Mut haben, es aufzuheben. And man darf nicht darüber stolpern, man muß es zusammenschieben.

.Schieber!'

Da haben wir's. Das sind die Leute, die das Geld von der Straße schieben. Sie säeten nicht, sie ernteten nicht und essen doch
        
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