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Spielertypen

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

34 Großstadt-Dokumente Bd. 35. Das Berliner Spielertum.

welcher als sehr vermögend gilt, war im Klub 1900 als der größte Bankhalter bekannt. 3m Sommer pflegt seine Villa in Heringsdorf den Treffpunkt aller großen Spieler zu bilden. Dort roulieren Unsummen im Spiele, so gewann ein bekannter Herr aus der Textilbranche 38 000 Mark, während ein anderer 18 000 Mark verlor.

Ferner wollen wir noch Herrn Eugen Lahen, in Firma Born & Joachim, Roßstraße 5 erwähnen.

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In einem andern Artikel desselben Blattes werden auch noch mehrere Spieler genannt:

Berolina, der Spielklub in der Flottwellstraße 3, wurde seinerzeit von den Brudern Julius und Max Herrmann gegründet. Schon die Gründung war das Resultat einer Schiebung. Es handelte sich darum, das Haus Flottwellstraße 3 um einen höheren Preis zu verkaufen, als der wirkliche Wert des Hauses rechtfertigen würde. Der Klub zahlt für die Benützung seiner Räume eine fünffach so hohe Miete als ein gewöhnlicher Mieter zahlen würde, und so wurde das Haus um etwa 50 000 M. teurer verkauft.

Die „Berolina", der Klub der Falschspieler, Schieber und Berufsspieler, hat seinen ersten Vorstand durch Selbstmord verloren; der zweite hatte mit dem Strafgericht zu tun, der dritte zog sich nach dem „Einbrüche" in die Klubkasse von seinem Posten zurück. Der vierte „Direktor", ein Herr L., verließ seine bezahlte Stellung, weil die Gesellschaft in der „Berolina" eine zu „gemischte" wurde. Momentan fungiert als bezahlter Direktor ein Herr O. der früher als ehrbares Mitglied des Klubs viel Geld verlor und jetzt als angestellter Direktor seinen zerrütteten Finanzen wieder aufhelfen möchte. Die Leitung nach außen liegt zurzeit in den Händen der Herren Märker, Herrmann und Schapir a. Diese drei Herren verwalten das — vor dem Krach mit Hertz und Sulka — ziemlich reichlich einfließende Kartengeld. Herrmann hält sich ein Automobil und Märker, der seinerzeit den berüchtigten „drei M.s" des Klubs 1900 angehörte, eine Hirsch- und Fasanenjagd, die ihm sein „Hypothekengeschäst" zu halten gestattet. Es ist merkwürdig: alle die Berufsspieler sind offiziell entweder „Hypothekenmacher" oder „Bankiers". Hertz war handelsgerichtlich als „Händler in
        
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