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Spielertypen

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

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schauspielerisches Talent. Tritt heute als Kellner, morgen als Student, übermorgen als Techniker aus.

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Zeitungsnotiz: Der Kaufmann Hugo Grätz hat Konkurs angemeldet. Grund: Spielverluste.

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Aus einer Liste, die ein Berliner Wochenblatt veröffentlichte, für deren Genauigkeit ich allerdings keine Verantwortung übernehmen möchte:

. . Herrn Max Grünbaum, welcher einen Basar in der Leipzigerstraße 104 gegenüber Kempinski besitzt. Genannter gilt als äußerst rücksichtsloser Spieler und ist nicht zum geringsten Teil an den Verlusten mitschuldig, die L. N. Jacob in den Tod trieben. Auch der Selbstmord des letzteren vermochte ihn nicht umzustimmen, hartnäckig bestand er auf Einlösung der von Jacob gegebenen Schecks. Dieser hat seiner Spielleidenschast im letzten dreiviertel Jahr seines Lebens nicht weniger wie eine Viertelmillion geopfert, wie aus einem für seinen Bruder nachgelassenen Brief hervorgeht.

Gleichfalls ein großer Spieler ist Herr Franz Lohn, Inhaber eines gutgehenden Blufendetailgefchäfts in der Leipzigerstraße neben Jandorf.

Zu den Zierden des Klub des Westens gehören auch die Brüder Nosenbaum, in Firma Gebr. Kaufmann, Essen. Trotzdem ihr Geschäft in Essen ihnen ein glänzendes Einkommen sichert, versuchen sie ihr Glück in den erwähnten Bac tournat-Banken des genannten Klubs.

Auch außerhalb des Klubs existiert eine große Anzahl Spieler und Spekulanten, von welchem in erster Linie Herr S. Joseph, Königin Augustastraße 53, zu erwähnen wäre. Derselbe besaß früher eine bedeutende Damenmäntelfabrik und ist demgemäß in Konsektionskreisen allseitig bekannt. Viele Konfektionäre, welche mit ihm befreundet sind, haben der Gelegenheit nicht widerstehen können, auch einmal ihr Glück im Spiel zu versuchen und sind nun dem Spielteufel mit Leib und Seele verfallen. S. Joseph, Drotzstadt-Dokumente 83b. 35.	3
        
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