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Aus den Erzählungen eines Falschspielers

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Aus den Erzählungen eines Falschspielers. 27 
dann die Polizei die Spieler erwischt, ist die Konzession 
futsch. Wie erst vor kurzem bei einem Wirt in der 
Alten Iakobstraße. 
Aber ich kenne andere, die nicht die Polizeistunde 
übertraten und die schon öfter Geldstrafe zahlten. Damit 
sind sie immer davongekommen. 
* * 
* 
Sonst — sie lassen fast alle ganz gern „picken". 
Sie lachen sich eins, wenn man „Falle macht", wenn 
man die obere Karte scheinbar absichtslos den Spielern 
zeigt — aber dann doch eine ganz andere zieht, so daß 
die Spieler hoch — und falsch gesetzt haben. 
* 
Neulich hatte ich einen Spaß. Es gibt imitierte 
Golduhren, die man beim Engrossisten für 4,30 Mark 
bekommt. Hat auch so ’n junger Kerl sein Geld ver¬ 
spielt, ruft mich zur Seite, zeigt mir solche Uhr und will 
5 Mark dafür haben. Ich kenne zwar den Preis, gebe 
ihm aber sünse. 
Er verspielt sie ja doch. 
Dann bringt er noch eine zum Vorschein — und noch 
eine — und noch eine. — So ’n Stücker zehn. 
Zum Schluß bettelt er um Fahrgeld. 
Da geht ihm ein Licht auf, als ich ihn frage, ob er 
sie für 4,30 gekauft hat. 
„Denn habt Ihr mich ja ausgemistet!" meinte er. 
„Denkst du, ich hätte dir fünf Mark gegeben, wenn 
ich nicht gewußt hätte, ich gewinne sie wieder?"
        
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