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Aus den Erzählungen eines Falschspielers

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Aus den Erzählungen eines Falschspielers.

— 25

Als wir aber vierhundert Mark gewonnen hatten, machten wir uns schleunigst davon.

Der Kriminal konnte uns ja nichts, weil er die Änderung des Spiels geduldet.

Ehe der sich besann, waren wir verschwunden.

*

Wie wild die Leute auss Spiel sind, davon haben Sie keine Ahnung. Sogar die Weiber. Mit Kinderwagen kommen sie nach Weitzensee.

Ganze Familien sind da.

Neulich erst ein gut gekleideter Vater mit Frau und Tochter. Ein hübsches Ding von siebzehn Schreit im Matrosenkleidchen. Ihre Backen glühten, wenn die Nummern hochgezogen wurden. Unablässig lief sie hin und her zwischen ihrem Vater und dem Totalisator — durch die rohe, fiebernde Menge. Selbst int Fieber.

Für die hätte der Vater wohl was Besseres suchen sollen, für das sie sich hätte begeistern können.

Sie war wirklich begeistert. Ihr frisches Gesicht und die klugen Augen — alles leuchtete. —

Eine andere Familie war mit ihrem blöden Zungen da.

Die Frau verlangte vom Mann die elf Mark, die sie eben gewonnen.

Er solle sein Geld verspiele».

Sie wolle das ihre verspielen.

Er gab ihr nur sieben Mark.

Ihr Gesicht verzerrte sich.

Sie kreischte, als er ihr noch zwei Mark gab:

Elfe will ich!

Blaßwerdend gab er ihr den Rest, während das blöde 4 Kind jauchzend an ihm hochsprang.

*	-jc

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