Path:
Aus den Erzählungen eines Falschspielers

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Aus den Erzählungen eines Falschspielers. 23 
Selbst intelligentere Kreise vergnügen sich an dem 
Schlächterspiel. Sogar in Sanatorien wird feste ge¬ 
mauschelt. 
* * 
* 
Ia, ja — Sie brauchen nicht zu denken, daß kranke 
nicht auch sürs Spiel zu haben sind. Ein Bekannter 
von mir hat sich die Kosten seiner Kur und noch ein 
hübsches Zehrgeld in einem städtischen Krankenhaus ver¬ 
dient. Ihm tat es nur leid, daß er kurz vor Weih¬ 
nachten entlassen wurde. Zum Fest hätte er seinen Zug 
gemacht. Die Kranken waren ganz wild auss Spiel vor 
Langeweile. 
* * 
* 
Manche feineren Spieler zeichnen sich ihre Karten 
mit einer Schneidemaschine, die von der Kante der Karte 
einen ganz schmalen, keilförmigen Grad sortschneidet. 
Auch die amerikanischen Karten mit ihrer gleich¬ 
mäßigen Randzeichnung sind zu erkennen, weil die in 
einer Ecke meist nicht genau aufgeht. 
Und die ganz glatten, einfarbigen Karten werden mit 
Spiritusschellack und einer ganzen Menge anderer Mittel 
gezinkt. 
Es gibt eben keinen Schutz gegen Zinken, keinen 
Schutz gegen Falschspiel. 
i'fi * 
❖ 
Selbst die Professionellen lassen sich manchmal ein¬ 
packen. 
(£trtmal habe ich mit einem andern zusammen den 
schwarzen Emil eingeseift. 
Ich redete ihm vor, daß beim Artur was zu holen
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.