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Introduction

Full text: Das Berliner Spielertum / Ostwald, Hans

Einleitung.

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„Spiel ist alles, was der ernsten Wirtschaftstätigkeit entbehrt."

„Spiel im engern Sinne ist der ganze Spielvertrag, der ohne ernstlichen Anlaß von einem beliebigen Ereignis Vermögensübergänge abhängig macht, während dies bei der Wette aus Anlaß einer ernstlichen Meinungsverschiedenheit geschieht."

„Die Auffassung der Spielschuld als Ehrenschuld ist urdeutsch, da die Germanen um Freiheit, Leben und leibliche Güter spielten und Spiel als Kampf ehrten."

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Wenn Spiel vor 2000 Jahren als Kampf galt, warum heute nicht mehr?

Auch heute ist es noch oft ein Kampf. Aber mehr ein Kampf der Schlauheit und der Intelligenz mit der Dummheit.

Wer einige der professionellen Spieler kennt, wird zugeben, daß sie mit ziemlichen Fähigkeiten begabt sind. Sie stehen nur zu oft über der Intelligenz derer, die sie rupfen.

And das Spiel ist auch ein Kampf der Leidenschaften.

Draußen — in Karlshorst, Hoppegarten, Weißensee und Westend — wieviel Leidenschaft wird am grünen Rasen aufgewendet. Dort gibt es ja fast keinen Menschen, der nur der Pferde wegen den Weg gemacht hätte.

Fast ohne Ausnahme wollen sie wetten, spielen — gewinnen.

Die Pferde geben ihnen nur die Gelegenheit zum Spiel.

Sind's nicht die Pferde, sind's Karten und Würfel.
        
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