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Entlassene Strafgefangene

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

88 Großstadt-Dokumente Bd. 1. Dunkle Winkel in Berlin.

mit Ihnen zum Polizeipräsidenten geh'n. Was sollen Sie denn weiter machen mit der Hand? Ich bitte, so ein Mensch! . . . Kommen Sie nur mit! Das werde ich schon durchsetzen."

Und schon ist der kleine, hagere, ewig hastende Mensch unterwegs.

Draußen drücken sich allerlei Gestalten herum. Ein hübscher, junger, großer Kerl. Sauber gekleidet. Eine Hand verbunden. Ein älterer Mann, schäbig, mit alten:, verregnetem Strohhut, unter dem ein Büschel grauer Haare hervorlugt; sein Spitzbart ausgewuchert; bei aller Dürftigkeit aber sauber. Man sieht die Mühe, sich auf einem gewissen Niveau zu erhalten. Schüchtern nähert er sich dem Boten des Vereins.

„Ich möchte gern den Herrn Vorsitzenden sprechen."

„Den Vorsitzenden können Sie nicht sprechen. Was wollen Sie denn?"

„Ach — wenn ich nur irgend welche Arbeit bekommen könnte — 1"

„Was sind Sie!"

„Kaufmann — ich war früher selbständig —"

„Ach — Kaufmann! Gestern waren sieben hier— und nicht eine einzige Stelle ist gemeldet, nicht eine! Wenn sich doch ein paar Menschen finden möchten, die solche Leute, wie Sie sind, nehmen! Nee, nee, es ist nicht möglich, solche Kaufleute unterzubringen. Der Herr Assessor rennt schon den ganzen Tag herum — na, geh'n Sie mal da hinein, warten Sie da! Und Sie?" — fährt er den jungen Menschen an — „Sie machen ja Ihrem Vater eine schöne Freude! Wo waren Sie denn diesmal?"

„In Brandenburg."

„So — na — Sie, Sie gehen Sie hinein!"
        
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