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Eine Nacht bei den Obdachlosen

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

Nacht bei den Obdachlosen.

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hundert Gramm. Er ging die Reihen hinunter und warf jedem seinen Teil zu.

Einer, bei dem es an die Erde fiel, schrie ihm nach:

„Grad', als wenn wir Hunde wären!"

Unterdessen drängten sich schon alle nach der Tür, wo es Suppe gab. Etwa einen Liter für jeden. Und nachdem sie ausgeschlürft und das Brot aufgegessen worden war, durften wir hinaus.

Alle hatten es eilig, in die frische Luft zu kommen, heraus aus diesem erstickenden Dunst, den Kummer, Elend, Krankheiten, Gemeinheiten und Verworfenheit mit ihren fauligen Ausdünstungen schwängerten . . .

Draußen ging gerade die Sonne auf. Die grauen Wolken, die nüchternen Hausmauern, die alten Zäune, alles wurde überstrahlt und durchtränkt von dem Morgen« gold. Und selbst über die Gestalten mit den verfilzten Bärten und verschnapsten Augen breitete sich ein frischer Glanz.

Neben mir aber hustete wieder der Hagere und sagte abgebrochen:

„Nachher — regnet — es ja doch — wieder . .

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