Path:
In der Kaschemme

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

Afyerabe gegenüber einer Kirche liegt sie. In einer

Arbeiterstraße, die abends ein wenig dunkel ist und sich von einer der Heerstraßen der Prostitution abzweigt. Von außen sieht das Lokal nicht anders aus, wie eine bessere Destille. Nur, daß die Scheiben so dicht verhängt sind — und daß die Tür stets geschlossen ist — das gibt dem Lokal seinen Stich. Und so wird sich mancher wundern, wie dies Lokal gerade hierher kommt. Aber — hier ist es am stillsten — am wenigsten auffällig. Hier ist kein beobachtendes Gegenüber, hier. wo der Ausblick auf die nüchterne Ziegelfassade der Kirche geht, die sich ganz und gar in die charakteristischen Berliner Hauskästen einreiht.

Drinnen, int großen dunstigen Schankraum saßen zwanzig — dreißig Frauen und Männer, paarweise oder in Gruppen. Hinten am Stammtisch stand ein junger, strammer Kerl mit seiner „Braut", einem dunkeläugigen, herausfordernd sich bewegenden Mädchen, das seine dichten, schwarzen Haare lose hintenüber herabfallen ließ. Da sich bald noch mehr Gäste einstellten, ging er zum Schanktisch, um seinen Posten als Ausschänker zu übernehmen. Seine Braut schleuderte langsam hinaus; andere kamen herein. Es ging wie in einem Taubenschlag. . . .

Ein alter, trockener Mensch, der den Anwesenden als eine Art Faktotum diente, setzte sich zu mir. Auf
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.