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Die bunte Ecke

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

32 Großstadt-Dokumente Bd. 1. Dunkle Winkel in Berlin.

— die Spitze eines bunten Unterrocks. Aufmunternde Blicke aus Augen, denen geschwärzte Wimpern helleren Glanz geben. . .

Ein Endchen weiter Schaufenster, von oben bis unten mit Plakaten in schreienden Farben überzogen. Die Transparente über den Eingängen werden schon ausgelöscht. Aber die Gaslaternen lassen doch noch die Sängerinnen in bunten Röckchen, die Photographien der Komiker und Exzentriks erkennen. Und drinnen ertönen eben die letzten Striche, Pfiffe und Schläge der Musik

— der Vorhang rauscht zusammen vor den grell beleuchteten, gelb-rot'grünen Kulissen und den: letzten Aus» einanderwirbeln zweier Wolken von weißen Spitzen» unterröcken, eingehüllt in loses, mattseidenes Gehänge.

Noch ein Lächeln bepuderter Gesichter aus dem schmaler werdenden Spalt zwischen den Vorhängen — eine weiße Schulter beugt sich vor . . .

Die Augen, die bisher an die kleine Bühne im Hintergrund des aus mehreren Zimmern gebildeten Lokals gebannt waren, genießen nun die Bilder an den Wänden. Aber da wird das Licht schon ausgedreht: Schluß! Schluß!

Die Pförtner stellen die Stühle auf die Tische — vorn am Schanktisch klappert, klirrt und klingelt es — die dunkelgekleideten Kellnerinnen leeren ihre Leder-Geldtaschen und zählen Silber und Nickel in Reihen auf Bretter. Der Geschäftsführer geht durch die hartnäckig stehenbleibenden Gruppen, die sich um die Kellnerinnen sammeln. Sein schwarzer Gehrock, seine bierige, würdevolle Stimme wird kaum beachtet. Ein blasser junger Mann legt seinen Arm um die Schultern einer Kellnerin...

Und vor den Likörflaschen steht einer mit zurückgeschobenem Hut, lächelnden Augen und leise schwankendem
        
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