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Im Bouillonkeller

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

10 Großstadt-Dokumente 93b. 1. Dunkle Winkel in Berlin.

„Na nu blas' mir nich so de Ohren voll! Ick will ja nich!"

Damit stand er auf, um sich das Essen zu vertreten.

Dies Wort — Ick will ja nich! — schien hier den Unterton der Gespräche zu bilden.

Da kam ein einfacher gekleidetes Mädchen herein, das noch ein wenig Frische auf den Backen und in den Augen hatte. Es setzte sich zu einem allein sitzenden Menschen, der schon lange auf sie zu warten schien. Aber sie zog sich den Stuhl abseits und drehte dem Mann den Rücken zu.

Er legte seinen Arm auf ihre Schultern.

Sie rückte weiter von ihm fort.

Er zog ihren Stuhl an sich heran:

„Komm doch 'n bisken zu mir!"

„Ich will ja nich!"

Und sie rückte wieder fort.

Nach einigen schmeichlerischen, stummen Annäherungsversuchen von ihm sprudelte sie heraus, mit zitternden Lippen, tief gekränkt:

„Du denkst woll, wenn ick hier jehe und Du stehst drüben uff de andre Seite — und Du kloppst mit'n Stock uff't Pflaster — denn muß ick kommen?! Wat! . . . Da könnte ja jeder kloppen! Da kann ja jeder Straßenfeger kloppen — un det Weib muß kommen?!"

Sie wendete sich wieder von ihm ab und sprach zu der andern Seite	hinüber,	wo die	essenden Damen	und

ein fortwährend	Zeituug	lesender	junger Student	mit

dem Hut auf dem Kopf saß:

„Nee — soweit darf man't denn doch nich konunen lassen. Hier blos — sie	klopfte	mit dem Schuhabsatz

auf die Diele —	un denn	springt	man schon!"

Man sah ihr an, wie sie um ein bischen Stolz
        
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