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Pennbruders Nächte

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

  Pennbruders Nächte. 103 
Nur an den Haltestellen der Straßenbahn standen einige 
Arbeiter. 
Alle waren noch schläfrig. Erst als die Destillen 
geöffnet worden waren und sie sich an den gefüllten 
Pullen erquickt hatten, erst da wurden sie munterer. 
Einer wurde gehänselt. Er trug unter einem alten 
Gehrock eine Sackschürze und schien viel Geld mit Steine- 
packen zu verdienen. Sein Gesicht war ganz verschwollen 
von Mückenstichen: Er hatte am Kanal geschlafen, um 
nur nicht zu weit nach seinem Arbeitsstand am Hafen 
gehen zu müssen. Nun aber hatten ihn die Mücken so 
gepeinigt, daß er schon seit Stunden hierher geflüchtet 
war. Er stärkte sich mit mehreren Fleischklößen, die er 
aus der Roßschlächterei in der Gerichtstraße holte. 
Mehrere verabredeten, welche Straßen sie abbetteln 
wollten. Andere wollten sich nach Arbeit auf Bauplätzen 
und Fnhrhöfen umsehen. Die meisten zogen zum Nord¬ 
hafen — vorher aber den Umweg nach der Destille am 
Nettelbeckplatz machend. 
Franz sang lachend: 
litt so jehtt wa — 
Un so jehtt wa 
Unser janzet Leben lang 
Aus den eettett Restorang 
Mang det andere Restorang! 
Und ging hinter ihnen her.
        
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