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Pennbruders Nächte

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

102 Großstadt-Dokumente Bd. 1. Dunkle Winket in Berlin.

schluß in eines der großen Häuser im Norden, wo Hunderte von Familien wohnen und wo keiner den anderen kennt. In einem der Seitenflügel stiegen wir ganz harmlos zum Boden hinauf, legten uns vor die Tür auf den Treppenabsatz — und warteten so dem Morgen entgegen.

Franz schlief sehr gut. Aber erst nach elf. als es unter uns stiller und stiller wurde. Anfangs tönte ein wirres Durcheinander von Stimmen und Geräuschen zu uns herauf. Bis sich einzelne Töne, einzelne Nufe, Treppensteigen und Türenklappen loslöste. So oft jemand die Treppe heraufkam, rappelte sich Franz schlaftrunken empor, stand auf und hatte einen Fuß erhoben, um harmlos die Treppe hinunter flehen zu können, wenn einer nach dem Boden gehen wollte.

Wir hatten Glück.

Niemand kam ganz herauf.

Aber Franz erzählte, daß er schon mal schlafend aufgefunden und furchtbar geschlagen worden sei von dem Mann, der sich erschreckt hatte.

Seit der Zeit konnte Franz stets erst gegen zwölf so richtig einschlafen.

Am frühen Morgen, lange vor der Dämmerung, erwachten die ersten Töne int Hause. Wir blieben noch eine Weile oben. Bis mehrere Männer hinuntergegangen waren zur Arbeit und die Zeitnngs- und Früh-stücksträgerinuen auf den Treppen hin- und herliefen.

Da schlichen wir zum Hause hinaus — nach dem Lausepark hin, wo fast alle Bänke besetzt waren von diesen Gestalten mit den gedunsenen Gesichtern. Jetzt, in der hellen Morgenfrische sahen sie mit ihren ungewaschenen, verschlafenen und ungekämmten Gesichtern um so wüster aus. Sie waren die einzigen Gäste im Park,
        
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