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Pennbruders Nächte

Full text: Dunkle Winkel in Berlin / Ostwald, Hans

98 Großstadt-Dokumente Bd. 1. Dunkle Winkel in Berlin.

Gruppen stehen die Trinkenden dicht beieinander. Nicht nur Männer, auch Frauen.

Draußen, vor der weitgeöffneten Tür torkelt ein Betrunkener hin und her — in der mit Ziegelrot bestäubten Tracht der Steinkutscher.

Drei Männer stehen beisammen und lassen die Pulle kreisen. Zwei von ihnen sehen genau so aus wie mein Begleiter — verknittert, beschmiert, zerbeult. Der Dritte aber trägt das saubere Hemd des Fabrikarbeiters. Sie feiern -Wiedersehen.

„Ja — gerade een Jahr is ’t her, det se mir entlassen haben bei Schwarzkopp'n!" macht der eine.

„Un seit der Zeit haste — haste keene Arbeet nich?" fragte der Arbeiter.

„Nee — nee — ick reiße mir och nich drum — nee —. Na — Du — ick sage Dir — man jewöhnt sich an't Nischtduhn — jroßartig — jroßartig!"

Dabei wackelte er hin und her.

„Na — und Deine Olle?"

„Jh —Er schlägt mit der geöffneten Hand nach hinten: „Wenn ick nach Hause kam — un hatte noch keene Arbeit — ,Wat, Du faulet Aas — Dir woll'n se nich mehr? Du bist ihnen zu alt, sagste?' ... Na — wenn man det nu immer zu hören kriegt — denn jeht man lieber jar nich mehr nach Hause ... Du — laß mal noch een'n holen!"

Der Arbeiter sinnt ein Weilchen, zerrt dann aus der Tasche einen Groschen und reicht ihn hin.

„Hauen hätt'ste se müssen. Hauen . .. Jleich mit'n Hammerstiel!"

Dann dösen beide vor sich hin, während der dritte Korn holt . . .

Die Fennstraße ging's hinunter. Unterwegs zwischen den heimkehrenden Arbeitern und einkaufenden Frauen
        
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