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Kleine Scherze

Full text: Berliner Klubs / Katscher, Leopold

66	Großstadt-Dokumente	Bd.	25.	Berliner	Klubs.

eine außerordentliche Generalversammlung einberufen und der lästige Paragraph mit dem Spielverbot aufgehoben. Man setzt sich frohgemut um den großen Tisch und als die beideu (Säfte gegen Morgen ihre Kasse „frifiren , stellt es sich heraus, daß sie etwas über 100 000 Mark gewonnen haben.

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Ein wie unglaublicher Luxus mit dem Essen getrieben wird, geht nicht nur daraus hervor, daß bei deu großen Diners das trockene Couvert zweiundzwanzig bis dreißig Mark kostet, daß der Küchenchef stolz ein monatliches Deficit von 5000 Mark ausweisen durfte, viel mehr als diese beiden Tatsachen spricht der Umstand, daß die Herren nur noch mit den ausgefallensten Sachen zufrieden gestellt werden konnten uud daß ihnen schließlich als höchste Delikatesse echte — Aschingerwürste vorgesetzt wurden.

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Wer einmal die Rennbahn im Hoppegarten besucht hat, dem werden die in den Extrazügen für die Klubs reservirteu Wagen ausgefallen fein, wer sich einmal das Innere eines solchen Waggons angesehen hat, dessen Gedächtnis wird sich die besondereBanart eingeprägt haben. Ein längst veralteter und ausrangierter Typ, den Salonwagen ähnlich, nur an den Seitenwänden sehr bequeme Polstermöbel. Die Mitte ist freigelassen, d. h. es befindet sich da ein schöner Eichentisch mit aufklappbaren oeiteit...

Vergleiche dazu die Aussage des mit deu ä-orermitt-mittluugeu beauftragten Kriminalkommissärs im letzten großen Berliner Spielerprozeß; „Es ist eine aktenmäßig feststehende Tatsache, daß der bekannte Falschspieler R. mit den Mitgliedern des Klubs auf der Fahrt zum uud vom Rennen im Hoppegarten Poker gespielt hat."
        
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