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Klubexistenzen

Full text: Berliner Klubs / Katscher, Leopold

Klubexistenzen.	41

Manicenr, Masseur, Bademeister, Chasseur, Chauffeur, all das ist sür die Herren von den grünen Tischen umsonst da, damit sallen die kleineren, aber zahlreichen und notwendigen Nebenansgaben für das gläuzeude Exterieur des Lebemannes fort, nicht unwesentliche Ersparnisse sind damit von vornherein gemacht.

Automobile stehen Tag und Nacht über zur Verfügung, man bedient sich sogar mit Vorliebe der eleganten Kraftfahrzeuge bei Besorgungen in der Stadt, es wird in Berlin noch einmal so leicht und gern Kredit bewilligt, wenn das „eigene" Fuhrwerk vor dem Laden hält — den Fernerstehenden sind ja die Zusammenhänge fremd.

Das sind so die Kleinigkeiten, die aber auch „ius Geld gehen", wie der Berliner sagt. 9hrn aber die großen Dinge.

Der Klubjargon hat ein nngemein charakteristisches Wort geprägt. Das feine Empfinden der Kartenkönige schreckte vor dem Worte „Almosen" zurück, vielleicht auch weil dieser Begriff sich mit der Höhe der gewährten und empfangenen Gelder nicht recht deckt, der Ausdruck „Schulden" hat einen verteufelt unangenehmen Klang und versetzt einen mit brutaler Faust in die realste Wirklichkeit, da ersann man denn etwas Neues, Wohlklingendes und Bezeichnendes: „Bewegungsgelder".

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß die Klubs ihren Mitgliedern einen offenen Kredit gewähren, der die Höhe von 50 000 Mark oft erreicht und dessen Bestimmung meist von dem Kassierer abhängt. Da heißt es denn geschickt sein, die ersten paar Male müssen die gewährten Darlehen prompt zurückgezahlt werden, womöglich mit einer kleinen Aufmerksamkeit für den liebenswürdigen Mittler, dann ist es vor allen Dingen notwendig, daß man mit den hervorragenden Mitgliedern möglichst intim und herzlich verkehrt, aber so, daß es
        
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