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Damengesellschaft

Full text: Was ein Berliner Musikant erlebte / Noack, Victor

90 Großstadt-Dokumente Bd. 19. Was ein Berliner Musikant erlebte.

barer Gobelin, ein Idyll des lüsternen Franzosen Boucher darstellend.

Von hier aus blickte man nach rechts in das Badezimmer. Drei Stusen führten hinauf zu dem Säuleneingang. Das Becken war in bett Marmorboden eingelassen. Gegenüber der Spiegelwand stand eine niedrige, breite Chaiselongue.

Der Badezimmertür vis-ä-vis lag der Eingang zum Speisezimmer, welcher durch einen japanischen Perlen-vorhang halb geschlossen war.

Die kleine Tafel war so gestellt, daß die Gäste von ihren Sitzen aus durch das Schlafzimmer bis in die Spiegelwand des Badezimmers schauen konnten.

Das Badezimmer und das Eßzimmer waren hell und strahlend erleuchtet, während das Schlafzimmer lediglich von dem roten Nebel, der von den Glocken der Bettpfosten ausging, durchflutet war. —

Die Gesellschaft bestand nur aus acht Damen.

Vier davon kannte ich aus dein bewußten Weinrestaurant. Da war Madame Blanche selbst, die sogenannte Schlumpermerry, die Buckow und die kleine Sascha.

Schlumpermerry ist eine „Halbseidene". Sie bewohnt in der Chausseestraße bei einer wohlsitnierten Beamtensran einige möblierte Zimmer und ist dort als „Künstlerin" angemeldet. Sie war auf deut letzten Metropol-Ball die Schönste von allen. Sie wird in Halbweltkreisen ihrer vielen kostbaren Brillanten wegen beneidet. Ihr Bruder steht sogar in Kaiserlichen Diensten. Ihre Wirtin verdient viel Geld an ihr. Sie erhält von allen Geschäftsinhabern, wo Schlumpermerry kauft, zehwProzent des Kaufpreises und kann ihre beiden Söhne studieren lassen.

Schlumpermerry spricht wenig, weil sie weiß, daß
        
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