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In der Kaschemmme

Full text: Was ein Berliner Musikant erlebte / Noack, Victor

In, dir £fl|*dicnime

Wäre ich doch nur nicht Musiker geworden! Ob es

wohl noch einen mißachteteren Stand gibt?------------------Ich

habe das Engagement in dem Tingel-Tangel Knall und Fall aufgegeben. Ich konnte all' die Demütigungen, all' die Gemeinheiten nicht länger ertragen. Ich möchte doch so gern ein anständiger, geachteter, edler Mensch werden! Aber wie komme ich nur heraus aus diesem entsetzlichen Beruf?!

Ein Rechtsanwalt, dem ich mich als Schreiber anbot, wollte mir ein Monatsgehalt von fünfzehn Mark geben; damit konnte ich nicht existieren.

Ich versuchte es als Adresseuschreiber. Ich schrieb Tag und Nacht Adressen, falzte Preislisten, Prospekte aller Art und knvertierte sie. Der Verdienst reichte kaum zur Miete, und die geisttötende Beschäftigung zerrüttete meine Nerven.

Ich wurde Agent bei einer Krankenversicherung. Vorn Morgen bis zum Abend lief ich von Haus zu Haus, treppauf, treppab. Meine Stiefel zerrissen, ohne daß ich so viel verdient hätte, sie neu besohlen zu lasse».

Nuu bin ich gar wieder „Klavierspieler" in einer sogenannten „Kaschemme", einer obskuren Kneipe, wo nur Zuhälter und anderes Gesindel verkehren.
        
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