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Streben und Straucheln

Full text: Was ein Berliner Musikant erlebte / Noack, Victor

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Ein leidenschaftliches Streben, zu lernen, mich zu einem höheren Menschen herauszubilden, beseelt mich. Nicht zuletzt ist es die Furcht, in dem Morast meiner Sphäre unterzugehen, welche mich instinktiv zu immer wieder neuen Anstrengungen in dieser Richtung anfeuert. Aber auch das Bewußtsein meiner Unwissenheit an sich ist mir unerträglich.

Ueberall, ob im Freien, auf dem Felde, ob tu den Straßeu der Stadt, iu den Schaufenstern der Läden oder sonstwo, erblicke ich etwas, das meinem Empfinden nach etwas lehrt, das zu verstehen ich zu unwissend bin. Dann Packt mich tiefe Unzufriedenheit, der Durst nach Aufklärung. — Ich weiß, daß ich diese Leiden mit vielen meiner Kollegen teile. — Ich benutze meine freie Zeit, mich geistig zu vervollkommnen.

Ich studiere alles Mögliche. Bald mache ich mich über eine alte französische Grammatik her, bald über ein Lehrbuch der Stenographie. Dann wieder strebe ich einzig dringen in den Jdeengang eines kulturgeschichtlichen Werkes, oder gar eines philosophischen Buches, welche ich, wie fast alle meine Bücher, bei einem „fliegenden Buchhändler" gekauft habe. Ueber die Fremdwörter muß ich natürlich hinwegspringen. Oft verliert aber dadurch der ganze Satz
        
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