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Im Sektsalon

Full text: Was ein Berliner Musikant erlebte / Noack, Victor

Im Mtsasoa

-------------Ich	bin	jetzt	in	einer eleganten „Damen-

kneipe" als Klavierspieler engagiert. Ich muß zwar schon um elf Uhr vormittags antreten, habe aber nur zu spielen, wenn Gäste da sind, itnb verdiene so viel Geld, wie nie

zuvor. Ich muß allerdings viel, viel saufen.  -------------------

Die Wirtin schickte mich heute mit einem Inserat in die Annoncen-Expedition. Der alte „Baron" — unser feinster Stammgast — hat es ihr aufgesetzt.

„Hübsches junges Mädchen ans Büffet gesucht. Hoher Verdienst."

Ich hatte so meine eigenen Gedanken, als ich das las. — Das arme Mädel! — Ich verdammte innerlich den „geilen Jubelgreis", trotzdem er mir schon so manche

Mark geschenkt.--------------------------------------------------

Schon den ganzen Vormittag läuft der „Baron" im „Sektsalon" aufgeregt umher. — Es waren schon einige Mädchen hier. Die Wirtin behandelte sie mit wahrhaft mütterlicher Freundlichkeit. Während sie sich mit ihnen unterhielt, schaute der Baron durch die Portieren des Sektsalons. Er bedeutete der Wirtin durch ein Zeichen, ob sie das Mädchen engagieren oder wieder wegschicken solle. Bis jetzt hatte ihm keines gefallen.
        
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