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Die Organisation der Rettungsanstalten

Full text: Gefährdete und verwahrloste Jugend / Lasson, Alfred

Die Organisation der Rettungsanstalten.

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stehers der Erziehungsanstalt Vuschmühle und Seehof bei Reppen, des Pastor Pro Her, nicht entfernt in der Lage, das erforderliche Personal zu stellen, so daß durch Inserate in der Presse Gehilfen und Gehilfinnen für die schwere Erziehungsarbeit gesucht werden. Dabei fehlt es den auf freie Liebestätig-keit gestellten Anstalten so sehr an Mitteln, daß Erzieher gegen einen „Lohn" von 150 bis 300 M. pro Jahr gesucht werden müssen! Hier liegt der ganze Krebsschaden des Systems offen zu Tage, und man wird den Stoßseufzer des auf dem Gebiete der Fürsorgeerziehung so verdienstvoll tätigen Amtsgerichtsrats Köhne seinem vollen Umfange nach begreifen lernen, daß es besser sei, „es kämen weniger Anträge zur Ueberweisung auf Fürsorgeerziehung zur Erledigung".

DerpreußischeStaathatzwardasFürsorge-erziehungsgesetz geschaffen, aber die Bereit-stellung der Geldmittel auf Schultern abgesetzt, welche die somit auferlegten Lasten nicht zu tragen i m stände sind !!

Fast alles hat man in dieser Beziehung den verschiedenen Kommunal-Instanzen und der freien Liebestätigkeit überlassen, und der Mangel an Mitteln geht soweit, daß pädagogisch gebildete Lehrer, die ihr Mitgefühl mit den geistig und sittlich Aermsten in diese Anstalten treibt, die in diesen verbrachte Dienstzeit nicht einmal bei der Pensionierung angerechnet erhalten! Das sind doch wirklich haarsträubende Zustände, und Agahd sagte einmal mit voller Berechtigung, „es werden Zeiten kommen, in denen man staunen wird über die zum Teil jämmerlichen materiellen Verhältnisse, unter denen Männer arbeiten an der Erziehung derjenigen Elemente der Jugend, dte ein Produkt sind der ungesunden wirtschaftlichen Verhältnisse, des Schlaf st ellenwesens, der Trunksucht usw., daß manche arbeiten mußten.unter den allerbeschei-densten Erziehnugsvoraussetzungen, daß sie die öffentliche Mildtätigkeit anrufen mußten, um des Landes Söhne und Töchter zu retten!"

Unter solchen Umständen ist es fast fein Wunder, daß in
        
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