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Die "Prädestinierten". Persönliche Anlage

Full text: Gefährdete und verwahrloste Jugend / Lasson, Alfred

Die „Prädestinierten".	61

ein Spiel des Eindrucks, jeder Verführung, und wenn man die Blätter ihrer Lebensgeschichte überblickt, weiß man in der Tat nicht, was man mehr bedauern soll, diesen bodenlosen Leichtsinn als Anlage oder den inneren und äußeren Jammer, den er bei diesen armen Geschöpfen schon nach einigen Jahren zurückläßt.

Das Korrelat zu diesen Mädchen bilden die vielen Fälle arbeitsscheuer, schulentlassener Burschen. Häufig sind es Söhne verwitweter Frauen, die von ihren Müttern nicht gezügelt werden können. Ein Erziehungsbeistand, meist zu spat bestellt, vermag auch nicht viel zu helfen, und wenn sich der Bursche erst durch das Fürsorgealter, ohne mit den Behörden in Konflikt gekommen zu sein, durchgedrückt hat, so ist guter Rat teuer. In einem Falle hatte man es z. B. mit einem Minderjährigen von 18 Jahren zu tun, der aus sechs Lehrstellen weggelaufen war und seinen Lebensunterhalt durch Billard-Wettspielen in Restaurants verdiente und das Fehlende sich durch Erpressung von seiner Mutter und seinen Schwestern ergänzte. Jeden Augenblick kann natürlich bei solchen Elementen der Schritt zum Zuhältertum erfolgen. In den zur Kenntnis kommenden Fällen sind Übrigens die verwahrlosten Minderjährigen zu etwa ein Drittel aus Familien mit nomalen Ehen, einige Mal war eine Stiefehe, sehr oft eine verwitwete Ehe vorhanden.
        
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