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Full text: Gefährdete und verwahrloste Jugend / Lasson, Alfred

36 Großstadt-Dokumente Bd.49. Gefährdete und verwahrloste Jugend.

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Die Mißhandlungen an Mindern sind aber nicht nur forpei^ licher, sondern häufig auch seelischer Natur. So weiß Dr. Frieda Duensing, die außerordentlich verdiente Geschaftsfuhrerm der Zentrale für Jugendfürsorge, von einem erschütternden Fall zu berichten, wonach ein ehemaliger Geistlicher seinem Knaben, einen« verschüchterten, liebebedürftigen, aber mit finsterer Strenge erzogenem Kinde, ein Kaninchen totschlug. Nicht nur daB er . em Jungen den Schmerz antat, das Tierchen, an dem der Knabe m.t allen Fasern hing, zu erschlagen, sondern er zwang ihn außerdem mit dem Leichnam des Tieres eine Nacht zusammen zu schlafen.

Auch der folgende Fall schildert die Tragödie eines Kmder-

lebens wahrhaft ergreifend:

Die steine neunjährige E. P. ist das Kind einer durch die Schuld des Mannes zerrüttelten nnglü-IIichen Ehe; der Vater, ein qeternter besserer Arbeiter, ist ein völlig gemütloser, grober, eitler und prahlerischer Mensch, der mit hohlen Redensarten über (eine Rechte", seine Abstammung und seine Intelligenz um sich wirft,"in Kneipen den „interessanten" Mann unb galanten Herrn spielt und daheim Frau und Kind so grausam behandel, daß die Frau es schließlich vorzieht, dieses Dasein zu »erlassen und sich durch Eist umbringt. Jetzt lebt er im ÄontuDmat mit einet stillen, arbeitsamen Frau, die auch ein Sind von ihm I)
    
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