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Kinder-Mißhandlungen

Full text: Gefährdete und verwahrloste Jugend / Lasson, Alfred

__	Kinder-Mitzhandlungen.	35

welche als alleinige Täterin angesehen wurde, erkannte der .Gerichtshof auf kostenpflichtige Verwerfung der Berufung unter Bestätigung des ersten Urteils.

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Eine Bestie in Menschengestalt hatte sich kürzlich in der Person der verehelichten Margarete H. vor dem Rirdorfer Schöffengericht zu verantworten. Die Angeklagte brachte in die Ehe ein einjähriges Töchterchen mit, daß ihr von vornherein ein Dorn im Auge war, obwohl ihr Ehemann dem Kindchen große Zuneigung entgegenbrachte! Das kleine Wesen wurde von der eigenen Mutter fortgesetzt in der unmenschlichsten Weise mißhandelt, so daß die Nachbarn, die das Wehegeschrei des armen Kindes nicht mehr mit anzuhören vermochten, schließlich Anzeige erstatteten. Das Kindchen wurde von der Polizei in einem entsetzlichen Zustande angetroffen; der kleine Körper zeigte keine heile Stelle mehr, alles war grün und blau geschlagen, und im Rücken befand sich eine Höhlung, welche, wie die Angeklagte selbst zugibt, von Schlägen herrührte, welche das entmenschte Weib dem Kinde mittels eines Spatenstiels verabfolgt hatte. Das Kind wurde der Mutter genommen und dem Waisenhause überwiesen, wo es sich noch befindet. Eine plausible Erklärung für ihre Handlungsweise vermochte die Angeklagte nicht zu geben. Der Amtsanwalt beantragte gegen die herzlose Mutter sechs Monate Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte jedoch mit Rücksicht auf die unerhörte Roheit der Angeklagten auf ein Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung.
        
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