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II. Milieu und Erziehung. Die Gefährdung der Jugend durch die Wohnungsmisere

Full text: Gefährdete und verwahrloste Jugend / Lasson, Alfred

26 Großstadt-Dokumente Bd. 49. Gefährdete und verwahrloste Jugend.

Abhang angelehnten Jahrmarktsbude über Jahr und Tag. Der Zugang zu der Bude war aus Brettern und Stangen hergerichtet und lebensgefährlich. Die Betten, wie viele es waren, war nicht gesagt, und die sonstigen Einrichtungsgegenstände waren kaum noch brauchbar. — Aus derselben Gegend wurde gleich darauf noch ein zweiter Fall gemeldet, in dem drei Kinder mit ihren Eltern zusammen in einem Bett schliefen, Die dem Trunke ergebenen Eltern vollführten in Gegenwart ihrer Kinder geschlechtlichen Verkehr.

In einem weiteren Falle, der in einer sehr großen Stadt am Rhein spielt, teilten drei Kinder, geboren 1887, 1889 und 1893 (also schon ziemlich erwachsene Personen) mit ihrem Vater eine Stube und ein Bett. Der Vater machte sich an dem ältesten der Kinder der Blutschande schuldig.

In einer	andern Stadt	mußten	die Matratzen und	das

Bettzeug einer	Familie von	Vater,	Mutter und vier Kin-

dern, wegen des verfaulten Zustandes mit Mistgabeln fortgeschafft werden. Die Mutter gab sich in dem einen einzigen Raume, der der Familie zur Verfügung stand, in Gegenwart der Kinder mit fremden Männern in einer Weise ab, der jeder Beschreibung spottet.

Ein anderes Mal fand man einen	Vater, zwei Söhne,	eine

Tochter, deren	uneheliche drei	Kinder	und den Liebhaber	der

Tochter in zwei nebeneinanderliegenden Räumen ohne Tür.

In zwei Betten schliefen in einer blühenden Stadt am Rhein Großmutter, Mutter, drei Kinder und ein epileptischer Onkel!

In einer anderen Stadt lebte ein Tagelöhner mit seiner zweiten Frau und zusammen 12 Kindern, sechs aus der ersten Ehe des Mannes, vier aus der ersten Ehe der Frau und zwei gemeinschaftliche Kinder in zwei Räumen, durcheinander Erwachsene und Kinder, Blutsverwandte und nicht Blutsverwandte.

In einem Raume von 36Vs qm Bodenfläche hausten miteinander Eltern, zwei Töchter unter 14 Jahren, zwei Söhne von 18 und über 21 Jahren, und eine Tochter mit drei unehe-
        
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