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Schlußbetrachtungen

Full text: Gefährdete und verwahrloste Jugend / Lasson, Alfred

Schlutzbetrachtungen.

mit denen sich die Zöglinge im Freien und im Zimmer beschäftigen, übersehen kann.

Betrachten wir nun die Einrichtungen, die int „Urban" zur Pflege der individuellen und korporativen Selbstbetätigung geschaffen worden sind. Da bestehen eine Iugendwehr-Koin-pagnie, eine Feuerwehr, ein Knabenturnverein mit Musterriege, auch ein Mädchenturnverein, eine Sanitätskolonne, ein Tierschutzverein, vor allen Dingen ein Haustheater. Im Mädchenkränzchen gehen mit der Handarbeit belehrende Vortrage Hand in Hand. Zur Förderung des künstlerischen Geschmackes gibt es ein Musikerkorps und ein photographisches Atelier; ein Antialkoholverein und Naturheilverein haben sich die Gesundheitspflege zum Ziel gesetzt.

Und wie wird das Haupterziehungsmittel, die Arbeit betrieben? Im Bureau der Anstalt hängen einige Wandsprüche, die Austunft darüber geben, wie man dort die Arbeit aufgefaßt sehen will. Wir wollen sie hierhersetzen:

„Wem wohl das Glück die schönste Palme beut?

Wer freudig tut, sich des Getanen freut."

Goethe.

„Das letzte Evangelium für diese Welt, seine Arbeit zu kennen und sie zu tun. Alle wahre Arbeit ist geheiligt, und in aller wahrhaften Arbeit liegt etwas Göttliches." Carlyle. „Schweigend dem Werke sich weihen und geben,

Heißt im Gebet seine Seele erheben.

Lautloses Suchen stummen Gebets,

Er, der alles versteht, Er versteht's."

Wildenbruch.

Diese Worte kennzeichnen am besten den Geist, der in der Anstalt waltet. Gelten diese Worte überhaupt auch für die Welt im allgemeinen, so gewinnen sie eine noch viel tiefere, psychologische sowohl auch als heilpädagogische Bedeutung für die Arbeit im „Urban", denn die Arbeit soll hier ein Heilmittel sein, das gesund und stark und froh macht, das den Zögling aus dem Banne sittlicher Berimmgen befreit, das ihn
        
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