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VII. Beamtenkammern? Aufgaben und Grenzen ihrer Arbeit

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

82 Großstadt-Dokumente Bd. 43. Berliner Beamte.

Auszuschalten aus das strengste aus dem Bereich dieser Kammern wäre die reine Frage der Standesehre.

Jeder Beamte hat seine Ehre allein zu wahren. And soweit die Obrigkeit daran Interesse hat, genügen die Disziplinargerichtshöfe vollständig. Die Frage wäre höchstens, ob in diesen nicht dem Beamtentum eine gewisse Vertretung zuzugestehen wäre. Es würde ihnen dadurch der Charakter des Strafgerichts, den sie jetzt aus alle Fälle haben, etwas genommen. Sie bekämen mehr den Charakter eines Ehrengerichtshofes, und man könnte ihre Zuständigkeit vielleicht auch auf solche Fälle ausdehnen, in denen wirklich Angehörige des Beamtentums sich, ohne gegen das Strafgesetz zu verstoßen, etwa so vergangen haben, wie der Arzt oder der Anwalt, der Reklame treibt oder das kollegiale Prinzip in einer Weise verletzt, daß dadurch ein Amtsgenosse nachweislichen ideellen oder materiellen Schaden genommen hat. Hier wäre es nicht unschädlich, dem Disziplinargerichts-hos die Befugnis beizulegen, ficrasez l’infame! Es kann sicher nichts schaden, wenn so der Grundsatz stabiliert wird: daß es auch eine sittliche Menschenpflicht zu schützen gilt, nicht bloß die Amtstreue und Amtswürde.

Der arme Schreiber, der heut in augenblicklicher Notlage 20 M. aus der Amtskasse nimmt, um sie morgen wieder hineinzulegen, wird abgesetzt. Der schlechte, intri-guante oder streberhafte Beamte, der nachgewiesener-maßen seinen Kollegen gegenüber als Schädling wirkt, bleibt im Amt. Und es fragt sich, welche Fälle häufiger sind. Und schließlich verursacht Erbitterung im Beamten-
        
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