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VII. Beamtenkammern? Aufgaben und Grenzen ihrer Arbeit

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

VII. Beamtenkammern?_____________________81

essen soll er ausgleichen. Und da er ein Mensch ist, !° ist er zudem dem Odium ab und zu ausgesetzt. Wenn das Material, das an ihn herantritt, durch den Filter ei„er felbstgewählten Berufsvertretung gegangen ist, durste ihm sein Amt wesentlich leichter fallen. Denn er soll ja auch das tägliche Personaldezernat. Beschwerden. Beurlaubungen, Bersetzungen, Beförderungen, Ordnungsstrafen und Pensionierungen bewältigen.

Die selbstgewählte Berussvertretung hat sich aus so vielen Gebieten bewährt, daß es sicher nicht unzeitgemäß ist auch dem Beamtentum eine solche zu geben.

Sie würde nicht nur den Beamten dienen. Sie ist eine sittliche Pflicht gegenüber einem gewaltigen Teil der Bevölkerung, der durch Beruf und Interesse täglich mit öffentlichen Fragen in Berührung kommt, ohne selbst lediglich als Bürger dazu Stellung nehmen zu dürfen.

Denn dem Beamten ist es mit Recht versagt, seine besonderen Sorgen als Bürger auszusprechen. ffir mufe sich immer als dienendes Glied seiner Obrigkeit suhlen, als Genosse unter Genossen. Er darf nicht agitieren und

hat kein Aoalitionsrecht.

Er ist ganz aus seine Obrigkeit gestellt, die aber

durch öffentliche Angelegenheiten völlig beschäftigt ist und beim besten Willen nicht mehr durch alle Sorgen des Beamtentums hindurchsehen kann.

Ob die Berussvertretung Beamten Kamm er heiße, daraus kommt es gar nicht an. Es kommt auch nicht daraus an, daß nun sür jeden Regierungsbezirk eine solche Kammer gebildet wird.	^

Grosjstadt - Dokumente Bd.
        
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