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VII. Beamtenkammern? Aufgaben und Grenzen ihrer Arbeit

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

VII. Beamtenkammern?	79

ein Gefühl ausbildete, als werde es gewissermaßen dauernd als unwürdig betrachtet, bestimmte Interessen selber innerhalb gesetzlicher Schranken zu beraten.

Es geschieht ja auch alles jetzt schon ohne Beamten-kammern. Aber alles was geschieht, geschieht ohne einheitlichen Plan. Tausende von Beamtenpetitionen überschwemmen den Landtag. Alle Veamtenkategorien verfechten eigene Interessen. Es ist ein dauerndes Sich-vergleichen, ein Wettrennen um Gehalt und Titel. Die Gerichtsvollzieher bitten um einen Degen. — Die Gerichtsschreiber um Titelverbesserung. — Die Stationsassistenten fühlen sich zurückgesetzt gegen entsprechende Beamte der Direktton usw.

Die Folge ist, daß den gesetzgebenden Häusern einfach der Petitionswall über das Dach wächst. , Es wird so viel überflüssig petitioniert, daß die wahren, ernsten, idealen und materiellen Fragen einfach erstickt werden.

Und wie im Staat, so ist es im Reich und bei den großen Kommunen und sonstigen Behörden.

Die Großstadt, die eben auch die Beamten der verschiedenen Verwaltungszweige nicht einander annähert, begünstigt diesen krieg aller gegen alle ganz besonders. Wo viele zusammensitzen, ist eine Versammlung und ein Petitiönchen bald fertig.

Der Kleinstadtbeamte schimpft sich am Stammtisch aus. Und da geht sogar vielleicht manche brauchbare Idee verloren. Die Großstadtbeamten versammeln sich aus Beamtentagen.

Es wird eine enorme statistische und nachdenkliche
        
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