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V. Schema F. Amerikanismus, Maschinenschrift in Akten, Diktat und Stenographie, Aktenwesen, Die Firmen der Behörden, Arbeitshygiene, Rechtsauskunftstellen

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

V. Schema F.	 -	55

amtentum und Publikum. Wer heute mit irgend einem Anliegen den Bau einer modernen Großstadtbehörde betritt, kann immer etwas damit rechnen, mindestens eine halbe Stunde darauf verwenden zu müssen, daß er sich durch Flure. Korridore und falsche Bureaus zu dem Beamten hindurchfragen muß, der ihm Auskunft geben kann.

Meist wird ihm dann noch geschehen, daß er bereits vorher an so und soviel Stellen sein Anliegen in extenso nichtzuständigen Beamten vorgetragen hat, die ihn freundlich weiterschicken, häufig genug aber an eine falsche Stelle, denn die Großstadtbeamten sind eben Spezia-listen und in den anderen Dienstzw eigen meist nicht so versiert wie im eigenen. Und da die Anliegen, mit denen so ein Petent zur Behörde kommt, meist mehrere Ressorts berühren, so ist es erklärlich, daß es oft lange dauert, bis er sich zu dem Ressort hindurchgefragt hat, das nun wirklich in der Hauptsache zuständig ist.

Die Gerichte haben ja nun Anmeldestuben, aber bei fast allen Behörden wird der Auskunstsdienst durch den sehr ehrenwerten Portier versehen.

Es ist begreiflich, daß schon aus diese Weiserer Weg zur richtigen Auskunft etwas umständlich wird, und was es heißt, in den modernen Labyrinthen der Großstadt-behörden vergebliche Wege zu machen, der wird beipflichten, wenn der Wunsch ausgesprochen wird nach der allgemeinen Einrichtung von „Rechtsauskunftsstellen".

Erstlich ist das Erscheinen eines Bittstellers oder Auskunftsuchenden bei dem unzuständigen Beamten für letzteren unter allen Umstünden eine fatale Störung.
        
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