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V. Schema F. Amerikanismus, Maschinenschrift in Akten, Diktat und Stenographie, Aktenwesen, Die Firmen der Behörden, Arbeitshygiene, Rechtsauskunftstellen

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

V. Schema F.

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Dienst die Maschine zu ihrem Recht kommen sollte. Es wird gewiß einige Umwälzungen erfordern, aber als die Stahlfeder eingeführt werden sollte, haben sich die Künstler des Gänsekiels auch gegen sie gewehrt.

Fabelhaft verzopft ist auch noch immer unser Akten-wesen.

Akten sind nötig. Es hilft nun einmal alles nichts. Niemand nimmt sie gern in die Hand. Sie können nun einmal nicht aus Pergament geschrieben werden und können auch nicht nach Veilchen riechen. Aber sie leiden entschieden an zu großer Dickleibigkeit.

Das Papier nämlich, das bei einer deutschen Behörde beschrieben oder bedruckt einläuft, es kommt die nächsten 10—30 Zahre nicht wieder heraus. Jedes Blatt Papier wird journalisiert, registriert, lexikalisiert, foliiert, reproduziert, retiniert und wenn es zu gar nichts mehr taugt, reponiert, aber auch dann wird es noch aufgehoben und erst nach einer 10- oder 30jährigen „Verwesungs-frist" kassiert.

Oben aus irgend einem Boden bleibt es dann dem Spiel der Winde, der durch die Dachluken pfeift, dem tanzenden Staub, dem Regen und dem Schnee, der hereinweht, der Hitze, dem Schornsteinruß und dem Zahn der Mäuse ausgesetzt und erst nach 30 Jahren, wenn es kaum noch einen Papierwert hat, wird es zum Einstampfen verkauft.

Es wäre doch nun im höchsten Maße einfach, alle Schriftstücke von ephemerer Bedeutung in Hilfsakten-stücken aufzuheben und die bald abzustoßen.

Großstadt. Dokumente Bd. 43.	4
        
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