Path:
V. Schema F. Amerikanismus, Maschinenschrift in Akten, Diktat und Stenographie, Aktenwesen, Die Firmen der Behörden, Arbeitshygiene, Rechtsauskunftstellen

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

48 Großstadt-Dokumente Bd. 43. Berliner Beamte.

wilde, planlose Vollschreibung des Respektrandes mit Dekreten raubt dem AKtenleser so viel Zeit, daß ein Heft, gefüllt mit sauberer Maschinenschrift, zweifellos ganz erheblich deutlicher wäre.

Maschinenschriftakten sind sofort leicht leserlich, sobald die wichtigen Stichworte im Texte jeder Verfügung unterstrichen erscheinen würden, und sobald wesentliche Wortkomplexe des Textes hier und da in besonderer Zeile abgesetzt werden. Das kann jeder gewandte Beamte schon bei der Aufnahme seines Stenogrammes erkennbar machen. Damit fallen alle die papierenen Einwände gegen die geringe Differenziertheit der allerdings peinlich gleichmäßigen und gleichmäßig sauberen Maschinenschrift und ihren unpersönlichen Eindruck fort.

Die Akten werden schmächtiger und deutlicher sein und gedruckte Schrift bleibt für spätere Lesergenerationen länger lesbar als die geschriebene. Denn die Handschrift ist auch ihren Moden unterworfen und ändert sich, wie ein Blick in alte Aktentexte vor 100 Jahren lehrt, in ihrem Charakter mit jedem neuen tintenklexenden Seku-lum so, daß die Urenkel die Schrift und die Schnörkel der Urahnen nur noch mühsam entziffern können. Also Schnelligkeit, Kürze, Langlebigkeit — alles Vorzüge der Maschinenschrift, deren sich der Aktenmensch von heute kaum erfreut. Das ist um so bedauerlicher, als aus dem Publikum heraus doch vielfach schon Schriftstücke in Maschinenschrift zu den Akten gelangen.

Es ist nicht einzusehen, weshalb nicht auch im inneren
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.