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IV. Militäranwärtertum. Typen, Ausgleich zwischen Militäranwärtertum und den Zivilbeamten

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

36 Großstadt-Dokumente Vd. 43. Berliner Beamte. 
schwingt. Wenn er aber im Sattel sitzt, ist er ganz Be¬ 
amter. Er verhaut sich nicht so leicht. Dazu ist er 
außerdem zu ehrgeizig. Er bringt es immer zum Ge¬ 
heimen Rechnungsrat, zum kanzleidirektor oder zum 
Hauptkassenrendanten und wird im Mobilmachungssall 
als Feldwebelleutnant eingezogen. 
Am anderen Fenster sitzt ein früherer Feldwebel von 
der Garde oder auch von der Linie. Bei den seinen 
Behörden aber meist von der Garde. 
Auch er ist ein Mann, der die Großstadt kennt. Er 
ist schon ein bischen bureaukratisch angehaucht von der 
Front gekommen. Denn der Feldwebel ist ja sozusagen 
auch der Vureauches der Kompagnie, deren Bücher, 
Listen und Gelder er versieht und verwahrt. Er ist schon 
Familienvater, schickt seinen talentvollen Sohn ins Gym¬ 
nasium und seine Tochter in die Privatschule. Hat ge¬ 
wöhnlich gutsituierte Schwiegereltern aus dem Lande, die 
den schmalen Beamtentisch mit Spickbrüsten, Würsten 
und Obst versorgen. Er hält Brockhaus' Konversations¬ 
lexikon aus Abzahlung und Bocks Buch vom gesunden 
und kranken Menschen. Wenn krieg aus der Welt ist, 
kritisiert er Botha, Dewet, kuroki, Togo und Morenga. 
Er verfolgt mit Enthusiasmus die Karriere seiner früheren 
Offiziere. Erzählt von ihren Streichen, die sie als junge 
Dachse machten, und in der Frühstückspause gibt er seine 
Liebesabenteuer aus dem Manöver zum besten: „Als ich 
noch unverheiratet war ..." Mit Vorliebe neckt er die 
Herren vom Zivil, die nicht gedient haben, denn er teilt 
die Menschen überhaupt in solche ein, die beim Kommis
        
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