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IV. Militäranwärtertum. Typen, Ausgleich zwischen Militäranwärtertum und den Zivilbeamten

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

Die AMtäranwärter!

Ich möchte sogleich sagen, daß ich zunächst hier ein wenig ihr Loblied singen will.

Im Gegensatz zu der herrschenden Meinung, die vorn Unteroffizierton spricht, der nicht ins Bureau gehöre.

Ich mutz nämlich leider bekennen, daß ich immer ein gewisses Faible für diese Herren habe, die den Soldatenrock zwar ausgezogen haben, aber Soldaten geblieben sind.

Gewiß, sie bringen etwas Kasernenton, ein bischen Stalluft, einen Hauch Paradedrill in die stillen Stuben des Beamtentums. Sie reden ein bischen laut und sie rechnen noch immer ein wenig mit der Akustik des Exerzierplatzes.

Und sie treten auch fest aus, in jenen Räumen, wo es manches Mal so leise hergeht, daß man die Fliegen übers Papier laufen hört. Und sind auch meist nicht Zimperlich mit dem lieben Publikum. Schnauzen wirklich manches Mal nicht nur ein bißchen an und haben nicht übermäßig die Gabe, zuzuhören.

Und doch, es ist gut, daß der Staat fast die Hälfte seiner Beamtenstellen seinen alten Soldaten vorbehält.

Eines ist ihr großer Vorzug: sie sind bis zur Höhe des Lebens in frischer Luft gewesen. Es steckt in ihren Lungen noch kein Aktenstaub und ihre Köpfe sind erfreulich ausgeruht. Sie haben unter engen Verhältnissen sich als Kameraden zu bewähren gelernt. Sie haben

Großstadt-Dokumente Bd. 43.	3
        
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