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III. Der Weg des Beamten. Herkunft, Erziehung, Individualismus, Scheidewege, Mimicry

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

III. Der Weg des Beamten.

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Er muß sein Lebensschifslein durch eine Welt steuern, töo nicht das freie Spiel der Aräste und der Offerte 233ett-bewerb gilt, — er steht nicht allein für sich da. Er gehört einer Klasse, einer Gemeinschaft, einer Kameradschaft an, und sein Geschick ist eng verknüpft mit dem von tausend anderen Männern, Jede seiner Handlungen muß mitbestimmt sein durch die Frage: was bedeutet meine Handlung nicht nur für mich, sondern auch für die andern!

Dieses Geftihl ist gerade im Beamtentum ungemein ausgebildet. Und der schlimmste Vorwurf gegen einen Beamten ist der des Strebertums; beides geht so weit, daß oft gerade Beamte mit ihm belegt werden, die tatsächlich nur aus einem tiefen Pflichtgefühl heraus handeln.

Die Erziehung des Beamten ist also im wesentlichen Selbsterziehung. Tausende und abertausende von Individualitäten müssen im Staat dauernd sich ihrer Inter-essengemeinschast moralisch bewußt bleiben, wenn überhaupt ihr gedeihliches Ineinanderarbeiten möglich sein soll. Gerade die Großstädte haben hier in letzter Zeit, leider nur aus wirtschaftlichem Gebiete, zahlreiche Bildungen gezeitigt, in denen sich das Beamtentum zusammenschließt.

Die Erziehung des Beamten neigt gerade sehr stark auch nach der wirtschaftlichen Seite, wo der Massen-egoismus begreiflicherweise seine stärksten Wurzeln hat.

Das Ziel des Beamtentums muß bleiben, unter Wahrung der Individualitäten einen wirtschaftlichen und kulturellen Akkord innerhalb dieser großen Schicht zu
        
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